Sonderbares in Florida

Verkehrsschild am Daytona Beach

Was Sonderbares, Rekorde und Kuriositäten betrifft, steht Florida auch den verrücktesten Ländern in nichts nach. Vom Magic Kingdom bis zu Disneyworld, Orlando, und zur Ozeanautobahn, die die 43 Inseln der Florida Keys mit dem Kontinent verbindet, ist der „Sonnenstaat“ ein einziges Theater von Wundern und Überraschungen. Einige dieser Wunder sind schon von Natur aus da, andere wurden vom Menschen gemacht.

Die größte Halle der Welt

Da sie nicht mit dem Sears Tower von Chicago oder mit den anderen Riesen des Nordens konkurrieren konnten, war es für Floridas Wolkenkratzer nicht einfach, etwas zu tun. Die Lösung kam vom Architekten des Stouffer Resort Hotels von Orlando: Er hat hier nämlich die größte Eingangshalle der Welt errichtet. Der Saal ist 5928 m² groß, überwölbt von einer riesigen Verglasung, die von zwei pyramidalen Strukturen getragen wird. Eine Nacht im Stouffer heißt wirklich, sich den Luxus der Pharaonen zu gönnen.

Die „Repro- Städte“

Dann gibt es da noch die typisch amerikanische Art, die Atmosphären und künstlerischen Schönheiten des alten Europa zu reproduzieren. In den U.S.A. wimmelt es nur so von derartigen Imitationen und in Florida ganz besonders. Ein Beispiel hierfür seien jene Städte, die wir als „Repro-Städte“ bezeichnen könnten. Zwei von ihnen sind italienisch: Naples und Venice und beide liegen natürlich am Meer. Sogar die Himmelsrichtung wurde beachtet: Naples liegt an
der Westküste Floridas, hat jedoch keinen Vesuv im Rücken, hat nur 21.000 Einwohner und kennt weder die „schlechten“ Viertel, noch die Camorra. Dafür gibt es hier sehr gute Pizzerias, luxuriöse Geschäfte, Golfplätze und einen Traumstrand. Venice ist zwar nicht auf Pfählen erbaut worden, liegt aber in der Nähe einer Lagune des Golfs von Mexiko. Der englische Schriftsteller lan McEwan hat hier seinen Roman „The Comfort of Strangers“ angesiedelt, wo sich alles um die zweideutigen Analogien zwischen dem wirklichen Venedig und diesem güldenen Unterschlupf für Urlauber dreht, die in das tropische Klima verliebt sind.

Christus im Abgrund

In Florida gibt es sogar einen Teil Liguriens: Den Christus im Abgrund von San Fruttuoso in der Nähe von Portofino. Ein reicher Geneuser, Egidio Cressi, hat dem Staate Florida eine perfekte Kopie schenken wollen. Die bronzene Statue wurde acht Meter tief in das kristallklare Wasser des John Penekamp Coral Reef State Park, auf der Höhe von Key Largo, versenkt. Sicherlich wird dieser „Repro-Christus“ mehr Fische und Touristen mit Tauchermaske sehen, als das italienische Original, das nicht das Glück hat, in der Nähe eines Korallenriffs zu liegen.

Eine Rallye auf dem Daytona Beach

Unter den Kuriositäten Floridas befindet sich auch die, dass es hier den einzigen Strand gibt, wo man sich mitten auf einer Autobahn sonnt. Die Idee stammt von den Verwaltern des Daytona Beach, die entschieden haben, dass der wunderschöne Stadtstrand über einige Kilometer dem Verkehr offen stehen soll. Es macht ziemlich Eindruck, die Badenden mitten zwischen den Autoschlangen zu sehen. Wer ein Amphibienfahrzeug hat, kann auch übers Meer fahren.

Bogarts Kuss

Wenn man nun noch im großen Bazar der Erinnerungen stöbern will, der Hausmuseen und der Reliquien des amerikanischen Epos, läuft man Gefahr, sich zu verlieren. Die Kostbarkeiten können von zwei Arten sein: die der echten und die der fiktiven Geschichte. Auf der Kippe zwischen beiden liegt die berühmte „Königin von Afrika“, das Schiff, auf dem die Liebe zwischen Humphrey Bogart und Katharine Hepburn entsprungen sein soll. Niemand hat es mehr angerührt, es liegt dort vor Anker als Zeuge für eine Legende, doch müde, laufend fotografiert zu werden, würde es lieber wieder auslaufen.

Dieser Beitrag wurde unter Reiseberichte, Reisen Nordamerika abgelegt und mit , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.