Ratgeber Urlaub

Erholung will gelernt sein

Vom idealen Urlaub hat jeder seine eigenen Vorstellungen: Der eine schwört auf die Berge, der andere schwärmt für das Meer. Da gibt es die zünftigen Camper und die komfortliebenden Hotel-Urlauber, die Erlebnishungrigen, die von einem Ort zum anderen eilen, und die Sesshaften, die schon seit Jahrzehnten den gleichen Platz aufsuchen. Dabei wird oft das Nächstliegende vergessen: Gesundheit und Erholung. Sie allein sollten den Ausschlag geben bei der Wahl des Urlaubsortes.

Der geplante Urlaub

Man muss davon ausgehen, welche Tätigkeit man das ganze Jahr über ausübt. Wer vorwiegend körperlich arbeitet, sollte im Urlaub Ausgleich in geistiger Anregung und geringer körperlicher Belastung suchen. Wer dagegen Tag für Tag hinter dem Schreibtisch sitzt, sollte sich wenigstens im Urlaub sportlich betätigen. Es trifft durchaus nicht zu, dass ein Höchstmaß an körperlicher Ruhe auch ein Höchstmaß an Erholung garantiert Die Motorisierung verführt die Menschen dazu weit entfernte Ziele anzustreben. Ist eine Kunstreise geplant, dann sollte besser Urlaub vom eigenen Auto genommen werden. Die organisatorischen und technischen Probleme einer solchen Reise übernehmen am besten die dafür zuständigen Stellen. Will man auf eigene Faust den Spuren der Kultur vergangener Jahrhunderte nachgehen, ist ein großzügiger Zeit- und Streckenplan notwendig. Auf einer solchen Reise sollte man nicht mehr als 200 km pro Tag zurücklegen.

Eine Kunst- oder Bildungsreise wird von jungen Leuten bis zum 25. Lebensjahr gut vertragen, ferner von Menschen im Pensionsalter. Der ältere Mensch soll während des Urlaubs aus dem passiven Dahinleben herausgerissen und aktiviert werden. Berufstätige über 50 mit einer erschöpfenden oder aufreibenden Tätigkeit sollen den Urlaub unbedingt zur Erholung nutzen. Ein sinnvoll verbrachter Urlaub hält bei ihnen ca. ein halbes Jahr vor. Deshalb sollten sie darauf hinarbeiten, zweimal im Jahr Urlaub zu machen. Und zwar jedes Mal mindestens drei Wochen. Ein kurzer Weg und eine lange Erholungszeit wären für den heutigen Menschen am zuträglichsten. Zumindest sollte die Reise ohne Hast angetreten werden. Eine überstürzte Abfahrt stellt eine große, Belastung dar. Auch beachte man: Unter besonderen Wetterbedingungen häufen sich Unfälle. Man fahre lieber im Gewitter als vor dem Gewitter. Wer in den Süden will, sollte die heißen Monate meiden.

Wo können Kranke Ferien machen

Niemand darf eine Urlaubsreise antreten, der gerade erkrankt ist. Der Patient mit frischem Herzinfarkt oder akutem Hautausschlag muss unter ärztlicher Kontrolle bleiben. Erst wenn die akuten Krankheitserscheinungen abgeklungen sind, kann günstiger Einfluss vom Urlaubsklima erwartet werden. Der Klimareiz muss umso milder sein, je schonungs- und erholungsbedürftiger ein Organismus ist. Der Patient soll sich von seinem Hausarzt beraten lassen, ehe er den Urlaub antritt.

Herzkranke gehören weder ans Meer noch ins Hochgebirge, sondern in ein Schonklima in mittlerer Höhenlage, das ihnen Gelegenheit zu langen Spaziergängen bietet. Denn Herzkranke sollten sich im Urlaub nicht überanstrengen. Bluthochdruckkranke sind durch Wetterwechsel, Nikotin, Koffein, vermehrte Kochsalzzufuhr, aber auch durch den klimatischen Reiz eines Badeortes oder durch ein neues Milieu gefährdet. Sie gehören ebenfalls in ein Schonklima und müssen jegliche Art von Exzessen vermeiden. Der Hypotoniker, der Mensch mit niedrigem Blutdruck, braucht gegenteilige Urlaubsbedingungen. Für ihn ist z. B. das Nordseeklima ideal. Er sollte sich während des Urlaubs einem körperlichen Training unterziehen, nach Möglichkeit unter Aufsicht eines Arztes. Starkes
Schwitzen muss er allerdings vermeiden, denn es kann zu Thrombosen führen. Am besten ist für ihn Schwimmen in nicht zu warmem Wasser oder eine Kneippkur. Für manche Krankheiten ist das Meeresklima sehr günstig, vor allem für Allergiker. Dazu gehören das Lungenasthma und das Ekzem. Kranke, die an Rheuma, Gelenksabnutzung oder Bandscheibenschäden leiden müssen im Urlaub körperliche Überanstrengung und Durchnässung vermeiden. Sehr empfehlen kann man Ihnen südliche Länder, vor allem Gebiete mit Sandstrand, da Wärmezufuhr Ihr Leiden bessert. Das Sich-eingraben lassen in heißem Sand ist keineswegs Spielerei und dient hier der Behandlung.

Urlaub und Kur

Ein wenig Behandlung und Kur kann man in jedem Urlaub betreiben. Wer ernsthaft kurt, sollte das eigene Auto zu Hause lassen. Man muss sich dann ganz auf die Kur konzentrieren und Abstecher unterlassen. Eine Reise, aber auch schon ein größerer, Ausflug wirkt sich ungünstig aus. Völlig sinnlos ist es am Vormittag eifrig Kurmittel zu gebrauchen und nachmittags ausgedehnte Ausflüge in die weitere Umgebung zu machen. Selbstverständlich sollen die Spaziergänge die im Kurplan vorgesehen sind, gemacht werden.

Was gilt es vor Reiseantritt zu beachten?

Bevor man die Urlaubsreise antritt, gilt es eine Reihe unerlässlicher Vorbereitungen zu treffen. Was Ihre Gesundheit betrifft, so sollten Sie vor allem Folgendes nicht vergessen:

Die Reiseapotheke

Neben dem obligatorischen Auto-Verbandskasten ist eine Reiseapotheke unerläßlich, die dem speziellen Eigenbedarf angepasst ist. Im Normalfall enthält sie Mittel, um auftretende Kopfschmerzen, Durchfälle, Reisekrankheit usw. behandeln zu können. Ein Kranker wird daneben noch spezielle Medikamente zur Behandlung seines Leidens mitführen. Es ist notwendig den durchschnittlichen Bedarf dieser Medikamente vorauszuberechnen und auch mögliche Komplikationen zu berücksichtigen.
Es gibt Menschen, die Heuschnupfen oder einen Nesselausschlag bekommen, wenn sie sich in einer wiesenreichen Gegend aufhalten. Andere erkranken an Durchfall, wenn sie aus Versehen bestimmte Speisen essen, die sie nicht vertragen. Auch hierfür werden entsprechende Mittel benötigt. Wer in den Süden fährt muss damit rechnen, dass er möglicherweise einen Sonnenbrand bekommt. Der Bergsteiger wiederum muss auf Gelegenheitswunden vorbereitet sein.

Als Grundausstattung sollte die Reiseapotheke folgendes Verbandsmaterial enthalten: Je zwei Mullbinden von 6 und 8 cm Breite, zwei mittelgroße Verbandspäckchen, eine Rolle Heftpflaster (1 m lang, 3 cm breit). Für kleine Schürfwunden genügt je ein Briefwundschnellverband 4, 6 und 8 cm breit. Von Vorteil sind ferner eine Splitterpinzette, ein Brief Sicherheitsnadeln und zwei Dreiecktücher. Auch eine Verbandschere darf nicht fehlen.

An Arzneimitteln nimmt man Schmerz- und Fiebertabletten mit, für Kinder entsprechende Zäpfchen. Außerdem Medikamente gegen Durchfall und Verstopfung, ebenso Salben gegen Insektenstiche, Nesselfieber und Sonnenbrand. Eine Dose Wundpuder und ein Wunddesinfektionsmittel vervollständigen die Ausrüstung. Fährt man In eine Gegend, wo die Hygiene nicht sehr großgeschrieben wird, gehört ein Insektenvertilgungsmittel dazu.

Fürs Ausland gesichert

Jeder Urlauber muss für den Fall gerüstet sein, dass er Im Ausland krank wird. Die Bundesrepublik hat mit vielen Ländern Sozialabkommen. Außerdem besteht die Möglichkeit, vor der Abreise eine private kurzfristige Krankenversicherung abzuschließen. Das Reisebudget sollte immer einen „Notgroschen“ enthalten. Dennoch wird niemand so viel Geld bei sich führen, dass er eine schwere Erkrankung, z. B. eine Lungenentzündung, privat Im Ausland behandeln lassen kann. Wenn keine andere Möglichkeit besteht, muss man sich in solch einem Fall an das nächste Konsulat wenden. Auch kann es nicht schaden, sich vor dem Urlaub eine Liste der deutschen Ärzte zu verschaffen, die in den zu bereisenden Ländern arbeiten. Das ist besonders bei Reisen in außereuropäische Länder wichtig.

Schützende Spritzen

Mit der Zunahme der Reisen von Kontinent zu Kontinent taucht die Frage auf, welche Impfungen empfehlenswert sind. Geimpft werden muss gegen Pocken, Cholera und Gelbfieber.
Andere Impfungen sind zwar nicht vorgeschrieben, aber sehr nützlich: Diphterie und Kinderlähmung werden für alle Reisegebiete empfohlen. Wer in die tropischen Regionen Afrikas oder das nördliche Südamerika reist, sollte vorbeugende Tabletten gegen Malaria einnehmen. Das Medikament muss 14 Tage vor der Einreise in das Infektionsgebiet, während des Aufenthaltes und noch 14 Tage nach Rückkehr genommen werden. Gegen Masern impft man Kinder, die eine natürliche Infektion noch nicht überstanden haben, für alle Reisegebiete. Auch Tetanusimpfungen soll jeder Reisende erhalten, bevor er sich auf den Weg macht.

Typhus und Paratyphus sind gefährlich im Nahen, Mittleren und Fernen Osten, in Afrika und Südamerika – daher impfen! In den erwähnten Gegenden gilt als eiserne Grundregel: Niemals Leitungswasser trinken, keine Salate und kein ungewaschenes Obst essen!

Bewegungskrankheiten vorbeugen

Die vorbeugenden Maßnahmen gegen See-, Luft-, Eisenbahn-, Auto- und Buskrankheiten sind gleich. Anfällige Personen sollen sich möglichst so platzieren, dass sie den geringsten, Bewegungen ausgesetzt sind, z. B. mittschiffs in Fahrtrichtung oder Im Flugzeug auf der linken Seite in Höhe der Mittelachse. Am ehesten lassen sich die Reize auf das Auge und das Geruchsorgan verhindern. Die von den Fußsohlen aufgenommenen Impulse können durch Hinlegen ausgeschaltet werden. Leichte Speisen sollte man bevorzugen, ebenso Obst und Obstsäfte, schwer verdauliche meiden.
Wer aus Erfahrung weiß, dass er für Bewegungskrankheiten anfällig ist, nimmt vor Antritt der Reise vorbeugend ein Medikament in Tablettenform. Für Flugreisen werden in den USA vor allem Weckamine empfohlen. Auch Vitamin B 6 besitzt eine gewisse Wirksamkeit. Ist die Krankheit bereits ausgebrochen, müssen Zäpfchen, manchmal auch Injektionen verabfolgt werden

Die Reise beginnt

Wer mit dem Wagen in einem Tag von Hamburg nach Spanien fährt, hat nach Untersuchungen der Arbeitsphysiologen einen Energieaufwand geleistet, den er zur Bewältigung von fünf durchschnittlichen Arbeitstagen benötigt. Die gesundheitsschädlichen Folgen solcher Unvernunft stehen außer Zweifel. Der Erholungswert des Urlaubs leidet umso mehr, je höher die Belastung am Steuer des Kraftwagens ist. Das gilt besonders auch für die Rückreise. Der Klimareiz soll nicht zu stark und nicht zu kräftig einsetzen. Selten kommt dem Satz Eile mit Weile mehr Bedeutung zu als am ersten und letzten Urlaubstag.

Der Autofahrer sollte trachten, auch auf der Reise seinen gewohnten Rhythmus beizubehalten. Gehört er z.B. zu den Langschläfern, so ist es entgegen den üblichen Reisevorschlägen für seine Gesundheit wesentlich zuträglicher, später abzufahren, damit er ausgeschlafen am Steuer sitzt. Eine Mittagsruhe soll unter allen Umständen eingehalten werden Erkältungskrankheiten sind oft auf ungeeignete Kleidung der Autofahrer zurückzuführen. Sie wird im Winter zu warm, im Sommer zu luftig gewählt. Unterkühlungen durch den Fahrtwind können auch im Sommer zu Beeinträchtigungen führen

Mit Kindern unterwegs

Werden Kinder im Auto mitgenommen soll man die Fahrt öfter unterbrechen damit sie in den Pausen ihrem Bewegungsdrang nachkommen können. Der Orts- und Klimawechsel verwirrt die Kleinen. Besonders im Reizklima der Nordsee und des Hochgebirges werden sie nervlich überfordert. Die Folge davon sind Appetitmangel und Schlaflosigkeit. Es ist aber fehl am Platz mit den Kindern dann ausgedehnte Abendspaziergänge zu machen, damit sie müde werden. See und Alpenluft putscht sie nur noch mehr auf.
Unter vier Wochen Aufenthalt kommt ein Kind bestimmt nicht besser erholt aus den Ferien zurück, als es abgefahren ist. Hat der Vater nur eine kürzere Urlaubszeit zur Verfügung, sollte die Mutter, wenn möglich, entsprechend früher mit den Kindern abfahren.

Mit Kindern unter drei Jahren sollte man nicht zelten; Urlaub im Wohnwagen empfiehlt sich nicht vor dem zweiten Lebensjahr. Bildungsreisen nach dem Geschmack der Erwachsenen kann man erst mit Kindern ab 12 machen. In der Regel vertragen Kinder alle Verkehrsmittel, nur keine langen strapaziösen Fahrten. Flugreisen bekommen Säuglingen und Kleinkindern bis zum dritten Lebensjahr besser als den älteren. Sie werden zumeist noch nicht reisekrank. Gegen Ohrenschmerzen beim Niedergehen der Maschine gibt es ein einfaches Mittel: Die Mutter braucht nur die Milchflasche zu geben. Durch das Schlucken erfolgt ein Druckausgleich zwischen Mittelohr und umgebender Luft.

Erholung wie sie sein soll

Während des Urlaubs werden drei Phasen durchlaufen, die umso deutlicher auftreten je weiter man vom Wohnort entfernt ist. Neuankömmlinge entwickeln an ihrem Urlaubsort eine ziemliche Aktivität. In dieser Phase werden für jeden Tag bestimmte Pläne gemacht, Ausflugsziele und Sehenswürdigkeiten besucht. Der Zwang seine Pflichten erfüllen zu müssen, wird vom Beruf auf das Vergnügen übertragen. Wenn man ohne Programm den Urlaub antritt und sich zu Beginn treiben lässt, erreicht man rascher die zweite Phase, in der man am liebsten ausruht. Es ist keine Schande am Strand zu liegen, ohne Gedanken aufs Meer hinauszuschauen oder im Hochgebirge den Wolken nachzuträumen. Der tiefe Schlaf ist der Wunschtraum aller gehetzten Menschen. Man gebe diesem Bedürfnis ungehemmt nach. Die Besserung von nervösen Schlafstörungen gehört zu den entscheidenden Heilwirkungen des Urlaubs.

Gegen Ende der zweiten Phase kommt es zu Langeweile. Nun reizt es den Urlauber, sich mit der engeren Umgebung zu beschäftigen, und er findet Entspannung im Spiel. Wer bei seiner täglichen Arbeit viel sitzt, soll nun wandern und Sport treiben. Wer allein arbeitet, sollte den Lärm und das frohe Treiben suchen. Umgekehrt: Wer das ganze Jahr Lärm und Betriebsamkeit ertragen muss, flüchte sich in die Abgeschiedenheit. Der angestrengt geistig Arbeitende sollte sich seines Körpers erinnern, und wer rein körperlich arbeitet, darf ruhig ein gutes Buch lesen.

Urlaubskrankheiten

An erster Stelle der Urlaubskrankheiten stehen zumeist Störungen von selten des Magen- und Darmtraktes: Verstopfung und Durchfälle. Schon die lange Anfahrt mit ihren mentalen Belastungen kann erhebliche Verdauungsschwierigkeiten bewirken. Selten beruht eine Verstopfung auf Flüssigkeitsmangel. Er tritt nur ein, wenn die Wasserverluste bei zu heftigem Schwitzen und großer Hitze nicht ersetzt werden. Die typische Ferlenobstipation lässt sich In der Regel durch Abführmittel rasch beheben, wobei Abführsalze zu bevorzugen sind.
Mehr Aufmerksamkeit erfordern die Durchfälle: Abgesehen von schweren Darminfektionen wie Typhus Paratyphus oder Ruhr kommt es oft schon nach Umstellung der Ernährung zur Besiedlung des Darmkeims mit für die Einheimischen harmlosen Bakterien, die aber beim Ausländer zum Durchfall führen. Die Behandlung besteht in Bettruhe. Am Anfang darf der Patient nur schwarzen Tee trinken und Zwieback essen, unter Umständen sind Kohletabletten notwendig. Wenn damit der Durchfall nach drei Tagen nicht verschwindet, den Arzt zu Rate ziehen.
Wie werden Durchfälle vermieden? Zu Beginn eines Aufenthaltes in fremder Umgebung soll man nur solche Speisen essen, die ähnlich zubereitet werden wie zu Hause. Man braucht aber auch in Italien nicht während des ganzen Urlaubs von Konserven leben. Weißbrot, Reis und Spaghetti können kaum Schaden anrichten. Erst nach einiger Zeit geht man zu einheimischen Spezialitäten über. Die Trinksitten in den südlichen Ländern kommen dem Gesundheitsschutz entgegen. Man trinkt Mineralwasser und Rotwein und wird so vor krankheitserregenden Keimen bewahrt. Leitungswasser sollte in den Mittelmeerländern nicht getrunken werden.

Auch der Genuss von frischem Obst, rohem Gemüse und Salaten kann gefährlich sein. In südlichen Ländern werden noch natürliche Düngemittel verwendet, und mit nicht ganz sauber gewaschenen Früchten kann man sich eine Darminfektion holen. Auch der Befall mit Würmern ist möglich. Rohes Obst sollte in Essigwasser gründlich gewaschen werden oder in Wasser, das mit Zitronensäure versetzt ist. Rohes Gemüse besser meiden.

Vorsicht in der Sonne

Nervosität, Erregungszustände, Müdigkeit, Kopfschmerzen und Schlaflosigkeit können wir in sauerstoffreicher Luft ohne Medikamente einzunehmen loswerden. Luft wirkt wie ein mildes Bad. Wer aber glaubt, in drei Wochen Urlaub die fehlende Sonnenbestrahlung eines ganzen Jahres nachholen zu können, schadet sich mit diesem Irrtum häufig meist selbst. Gefährliche und äußerst schmerzhafte Verbrennungen der Haut, Sonnenstich und Hitzschlag sind nicht seltene Folgen von übertriebenen Sonnenbädern und leichtfertigem Verhalten. Tuberkulosen verschlechtern sich in der prallen Sonne. Auch hellhäutige Menschen, Blonde und Rothaarige, müssen Rücksicht auf ihre Haut nehmen. Im Süden soll der Nord- und Mitteleuropäer einen Strohhut tragen, nicht zu lange bewegungslos in der Sonne liegen und das Herz immer wieder eine Weile mit einem Handtuch bedecken. Dass man die Haut mit einer Sonnenschutzsalbe oder einem entsprechenden Öl gut einreibt, ist selbstverständlich.

Auch das Hochgebirge birgt Gefahren für den Urlauber. Der Körper braucht dort wegen der dünnen Luft eine gewisse Zeit, um sich anzupassen. Kommt man plötzlich in Höhen von 2000 bis 2500 m, so werden selbst in Ruhe Atmung und Puls schneller, und der Blutdruck steigt. Nach Verlassen des Fahrzeugs soll man keineswegs sofort Hänge erklimmen oder große Mahlzeiten einnehmen, sondern den Ausblick genießen und sich langsam an das Höhenklima gewöhnen. Der Bergungewohnte kann auch müde und schläfrig werden, wenn das Nervensystem in größeren Höhen auf Sparbetrieb umschaltet. Manche Menschen können einen Kollaps erleiden und müssen dann flach gelagert werden. Ein Höhenaufenthalt hat für Gesunde viele Vorteile, aber man soll seine Kräfte nicht überschätzen und mit Klettertouren warten, bis sich der Organismus angepasst hat.

Regeln für das Baden

Viele Menschen ertrinken aus Leichtsinn. Sowohl fließende als auch stehende Gewässer bergen für jeden Gefahren, wenn nicht bestimmte Regeln beachtet werden. Begib dich nicht mit vollem Magen ins Wasser! Da jede körperliche Leistung letzten Endes vom Herzen vollbracht wird, wäre es Leichtsinn es zu überlasten, weil es für die Verdauungsarbeit ohnehin schon mehr leisten muss.
Gehe nicht ins Wasser wenn du erhitzt bist! Der Organismus ist nicht in der Läge, sich der veränderten Temperatur blitzartig anzupassen, und kann mit Herzstillstand reagieren. Langsames Abkühlen der Füße, der Hände und des Gesichtes mit dem Badewasser und kaltes Duschen ist notwendig.

Gehe nicht ins Wasser, wenn du Alkohol getrunken hast! Man reagiert dann häufig falsch. Taucht der Kopf unter, genügt ein einziger tiefer Atemzug, um die Lungen mit Wasser vollzusaugen und zu ertrinken. Zwinge wasserscheue Kinder nicht zum Baden oder Schwimmen! Noch weniger soll man sie ins Wasser werfen. Das Kind kann dadurch seelisch Schaden nehmen. Bei übermäßiger Furcht vor dem kalten Wasser kann Herzstillstand eintreten.

Stürze dich nicht mit einem Kopfsprung in ein unbekanntes Gewässer! Zuvor sich mit der Temperatur des Wassers vertraut machen und die Beschaffenheit des Grundes prüfen. Menschen deren Trommelfell (nach einer Mittelohrentzündung) nicht in Ordnung ist, können das Gleichgewicht verlieren, wenn sie mit dem Kopf untertauchen. Es besteht dabei Ertrinkungsgefahr. Auch Herzkranke dürfen die Badefreuden nur soweit genießen, wie sie der Hausarzt erlaubt.

Dem Urlaub nicht entgegenarbeiten

Die Erholung bleibt aus, wenn die erste Woche mit anstrengenden Ausflügen am Tage und langen Abendprogrammen verbracht wird. Dabei nimmt der Urlauber meist wenig Nahrung und dafür mehr Flüssigkeit zu sich. So wirkt er bald müde und unkonzentriert. Auch führen im Ausland geringe Sprachkenntnisse oft zu einem bedrückenden Gefühl der Isoliertheit. Alle diese Faktoren können eine Reisepsychose hervorrufen, die sich bis zum Verfolgungswahn zu steigern vermag. In ganz schweren Fällen bringt nur die Rückkehr in die Heimat Hilfe.
Der Mensch benötigt Im Durchschnitt sieben bis acht Stunden ungestörten Schlaf. Das erst recht Im Erholungsurlaub. Allgemein ist der Schlaf vor Mitternacht höher zu bewerten als nachher. Soll der Urlaub seinen Zweck erfüllen, darf der naturgemäße Rhythmus nicht gestört werden. Schlafe dann, wenn deine innere Uhr es befiehlt! Es ist dem Urlaubszweck auf jeden Fall abträglich, die Nacht zum Tag zu machen.

Nach der Rückkehr

In den letzten Jahren wurden immer mehr Tropenkrankheiten in die gemäßigten Zonen, besonders nach Mitteleuropa eingeschleppt. Bei unklaren Krankheitszeichen nach einem Urlaub ist die Frage wichtig: Wo bist du gewesen, und wann warst du dort? Das Versäumnis einer solchen Überlegung kann tödliche Folgen haben. Die Beherrschung selbst von Gruppenerkrankungen ist mit den modernen Hygienemaßnahmen und der Seuchenbekämpfung möglich, wobei die Schutzimpfung eine der wichtigsten und wirksamsten Waffen gegen die Tropenkrankheiten ist.
Zwischen Rückkehr aus dem Urlaub und Arbeitsantritt sollte man ein paar freie Tage einschalten, damit der Wechsel vom süßen Nichtstun zur Alltagshektik nicht zu krass ausfällt.