Die Florida Keys – Auf den Spuren Hemingways

Florida Keys

Die Insel Hemingways, die Insel der Übertretungen, der Wirbelstürme und der Schatzkisten. Key West ist die extravaganteste ‚mondänste und überraschendste der 43 Perlen, aus denen die Kette der Florida Keys besteht. Die Sonne scheint hier mit einer durchschnittlichen Temperatur von 25° vom ersten bis zum letzten Tag des Jahres.

Ihre Geschichte schmeckt wie Pfeffer oder, wenn ihr wollt, wie Rum. Die ersten Spanier, die ihren Fuß auf diese Insel setzten, fanden nur Indianerskelette auf dem Strand und deshalb nannten sie sie Cayo Hueso, Knocheninsel. Sie wurde schnell zum Unterschlupf für Piraten, zum Schauplatz von Schlachten und dunklen Machenschaften, und das bis die Spanier sie 1818 an die Washingtoner Regierung verkauften. Die alten weißen Holzhäuser im Kolonialstil, sind alle nach diesem Datum erbaut worden.

Das älteste, heute Sitz des Wrecker Museums, wurde 1829 errichtet. Wrecker ist ein Wort, das das Gewissen eines guten Christen aufschrecken sollte. Es leitet sich her von wreck, Wrack. Die Wreckers waren jene, welche die Schiffbrüchigen betrogen, um deren Schiffswracks zu plündern. Auf Cayo Hueso war dieser sympathische Sport über Jahrhunderte hinweg die Mode. Die Wreckers stellten sich am Strand auf und mit falschen Anweisungen (denn die Insel besaß nicht einen Leuchtturm) lotsten sie die Schiffe … ins Verderben!

Auf Key West ist es übrigens fast unmöglich, zwei Schritt zu gehen, ohne auf ein Museum zu stoßen. Hier gibt es für jeden Geschmack etwas, nach der typisch amerikanischen Art, alles aufzuheben, zu katalogisieren und für eine Führung hübsch einzupacken. Selbst das Haus Hemingways ist ein Museum und es ist wahrscheinlich eine der wichtigsten Etappen auf dieser Insel. Es wurde 1851 im spaniolesken Kolonialstil erbaut und ist berühmt für seine Kostbarkeiten, seinen Garten und seine 42 Katzen, deren Zahl immer 42 betragen muss, wie die Brücken zwischen den Key-Inseln. Es handelt sich hier nicht um irgendwelche Katzen, sondern um die Urenkel der 50 Katzen Hemingways. Sie vermehren sich laufend und für die, die zuviel sind, kann man Antrag auf Adoption stellen, doch ihr Preis ist hoch und die Wartezeit beträgt einige Jahre.

Hemingway zog hier zusammen mit seiner Frau Pauline im Dezember 1931 ein und lebte hier acht Jahre. Er war auf Key West im Frühling 1928 angekommen nach einem mondänen Leben in der Pariser Künstlerwelt und nach seinen afrikanischen Safaris. Auf dieser Insel, die damals wirklich weit ab von aller Welt lag, fand er den Frieden, den er suchte: Das in der Nähe gelegene Havana versorgte ihn sogar mit Alkohol, der im Rest der Staaten Mangelware war aufgrund des Prohibitionismus. In etwa zehn Jahren Aufenthalt auf Key West schrieb Hemingway viele seiner berühmtesten Werke, von „A Farewell to Arms“ bis zu „For Whom the Bell tolls“. Hier erlernte er das Hochseefischen und aus dieser Erfahrung heraus schrieb er „The old Man and the Sea“, womit er 1954 den Nobelpreis gewann.

Wenn unser Schriftsteller seine Insel heute noch einmal besichtigen würde, käme sie ihm sehr verändert vor. Er würde sich wahrscheinlich verlieren in dem Wirrwarr von Hinweisschildern, Läden, Märkten, Hotels, Bars und Restaurants. Er selbst ging zu Sloppy Joe’s in der Duval Street und das reichte ihm.

Heute ist Key West ein Park von Attraktionen für Touristen. Wie im fernen Provincetown, auf Cape Cod, atmet man auch hier die Luft des Schlaraffenlandes. Symbol der Insel sind die Muscheln und die Strohhüte und das Thema der Muscheln findet man überall: Die Bewohner von Key West (eine Mischung von verschiedenen Rassen), haben ihrer Insel sogar einen neuen Namen gegeben: Conch Republic, Muschelrepublik, mit einer ironischen Anspielung auf die Bananenrepublik.

Es sind geistreiche und optimistische Menschen, die sich auf diese Weise amüsieren. Allabendlich bei Sonnenuntergang wird das Dock des Hafens (der Mailory Dock) zur Bühne eines Festes, das man schon als Ritus bezeichnen kann: Gesang, Tänze, Auftritte von Schauspielern und Seiltänzern. Und all dies mit dem Abendrot im Hintergrund, um den Beginn der Nacht und ihrer Tollheiten zu feiern.

Bildquelle: Fotoluminate LLC @ fotolia.com

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