Die Blaue Reise in der Türkei – ein Reisebericht

Segelyacht in türkischer Bucht
von Andrea Schichel

Ein Urlaub der ganz besonderen Art in der Türkei ist die sogenannte „Blaue Reise“. Zusammen mit meiner Freundin buchte ich einen Urlaub auf einem dieser traditionellen Holzjachten. Bei der blauen Reise handelt es sich sozusagen um einen Segeltörn mit Vollpension, eine inzwischen beliebte Form des Urlaubs an der türkischen Südküste. Die Motorsegler werden Güllet genannt, eine eigene Jacht muss man nicht besitzen, um von Bucht zu Bucht reisen zu können.

Stur Marina

Nach der Landung auf dem Flughafen von Antalya ging es zunächst mit dem Bus zum Hafen Setur Marina außerhalb von Antalya. Begrüßt wurden wir von einem Schiffsjungen, der unser Gepäck an Bord der gepflegt aussehenden Jacht brachte. Endlich angekommen. Bei einem Willkommensdrink wurden wir von dem Reiseleiter über die Spielregeln, die Jacht und die Reiseroute aufgeklärt. Erledigt von der Anreise begaben wir uns anschließend unter Deck in unsere Kajüte und schliefen schnell bei ganz leichtem Schwanken des Bootes ein.

Die Reise beginnt

Am nächsten Morgen hieß es dann Leinen los! Während auf anderen Booten eher junges Publikum mit lauter Musik angesprochen wurde, fanden wir, wonach wir gesucht hatten: Ruhe! Nach wenigen Seemeilen hatten wir genügend Abstand zu anderen Booten hergestellt, sodass wir die herrliche Landschaft bei bestem Wetter genießen konnten. Dösen im Schatten, ein paar Seiten im Buch lesen und die Landschaft erleben – genau so hatten wir uns unseren Aufenthalt an Bord vorgestellt.

Erster Stopp Olympos

Der erste Landausflug unserer Reise war Olympos. Hier war einst der Stützpunkt des Seeräubers Zeniketes und neben dem Besuch der antiken Stätte konnten wir uns an dem traumhaften Strand entspannen, wenn wir auch nicht alleine dort waren. Da wir aber ja auch schon an Bord viel rumgammeln konnten, wollten wir die nähere Umgebung noch etwas genauer erkunden. Nahe hinter dem Strand befanden wir uns in einem Tal, welches für seine vielen Quellen bekannt ist, an denen wir uns herrlich erfrischen konnten. Von den antiken Gebäuden dort ist nicht mehr viel erhalten, die meisten Mauern der Burgruine sind verfallen. Die Hitze macht uns und auch den anderen zu schaffen, die Wanderung erweist sich schweißtreibender als vermutet. Wir haben genug gesehen und begeben uns zurück zum Boot, um uns im Schatten auf die faule Haut zu legen und zu entspannen.

Die Bucht von Cavus

Weiter ging unsere Reise in die Bucht von Cavus, einst von den Griechen „Zwischen zwei Inseln“ genannt. Große Hotelanlagen sind hier zu unserem Glück aufgrund des Naturschutzes nicht erlaubt, sodass es hier eher idyllisch zugeht. Wir machten es uns in einem kleinen Lokal gemütlich und genossen die Ruhe. In der frühen Morgendämmerung ging unser Bootstrip dann bereits weiter, sodass wir uns bereits auf hoher See befanden als wir erwachten.

Die versunkene Stadt Simena

Eigentlich lag Myra, die bekannte antike Stadt als Nächstes auf unserer Route, jedoch entschlossen wir uns diese bekannte und recht überlaufene Sehenswürdigkeit auszulassen, um nach Simena zu fahren. Aufgrund eines Erdbebens im 2. Jahrhundert nach Christus ist die Stadt versunken. Heute ist es eine unglaublich faszinierende Unterwasserwelt. Wir können Treppen sehen, die an der Wasserkante aufhören und verdeutlichen, dass es hier einst trockenen Fußes weiterging. Da das Tauchen hier mittlerweile verboten ist, sind wir auch die einzigen Touristen vor Ort und bestaunen die verbliebenen Reste vom Boot aus. Zum banden machte unser Kapitän dann halt in der nächsten Bucht. Wer wollte, konnte nun schwimmen, schnorcheln oder einfach nur im Schatten faulenzen und die Ruhe genießen. Zur nächsten Übernachtung machten wir uns dann auf nach Ücagiz, einem kleinen romantischen Dörfchen. Die Bewohner bieten den Besuchern in kleinen Läden zahlreiche Souvenirs an, meine Freundin kaufte sich hier eine neue schöne Halskette. Im Gegensatz zu anderen Touristenorten wird man hier jedoch nicht von den Verkäufern belagert, sodass der Aufenthalt sehr angenehm war. Ein wirklich schönes Dörfchen, welches vom Tourismus noch nicht stark verändert wurde. Zum Abendessen ging es dann zurück aufs Boot und später schliefen wir wieder bei dem inzwischen bekannten und geliebten leichten Schwanken ein.

Kale Köy

Am folgenden Tag ging unsere Reise weiter nach Kale Köy, einem kleinen Dorf, das nur mit dem Boot erreicht werden kann. Ein Anlaufpunkt von Händlern und Seefahrern trifft man hier heute hauptsächlich Touristen aus Österreich, Italien und Deutschland. Da das Dorf über den Landweg nicht erreicht werden kann, werden sämtliche Nahrungsmittel und Getränke mit Versorgungsschiffen nach Kale Köy gebracht. Von dem schönen Dorf führt ein Pfad hinauf zur Burgruine, die von dem Orden der Johanniter errichtet wurde. Der anstrengende Aufstieg war die Mühe wert, wir werden alle von einer überragenden Aussicht auf die ganze Bucht belohnt.

Arykanda

Am folgenden Tag ging es dann nach Arykanda, wo wir einen schönen Ausflug ohne störendes Touristengedränge verbrachten. Arykanda ist eine der beeindruckendsten antiken Städte, die seit übe 30 Jahren mühevoll ausgegraben wird. Die Stadt wurde in historischen Berichten häufig erwähnt, sodass noch zahlreiche Gebäude unter der Erde vermutet werden können, wenn auch diese noch nicht wieder ans Tageslicht befördert werden konnten. Von dem Stadion aus eröffnete sich uns ein wunderschöner Ausblick über die Landschaft des Taurusgebirges. Unser nächstes Ziel ist der zweitgrößte Hafen der Türkei, der Hafen Finike. Von der zuvor genossenen Ruhe ist hier nicht viel geblieben, sodass uns unsere vorherigen Buchten viel besser gefallen hatten. Am folgenden Tag begann unsere Rückreise nach Antalya.

Meine Freundin und ich waren komplett begeistert von unserer „Blauen Reise“. Wunderschöne abgelegene Buchten, türkisfarbenes Wasser, Sonne ohne Ende und Erholung pur machten diesen Urlaub zu einem unvergesslichen Erlebnis.

Bildquelle: etfoto @fotolia.com

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